Nachdem das Training für eine Langdistanz in diesem Jahr nicht wie geplant umsetzbar war, habe ich die Challenge Roth auf 2026 verschoben. Das Wettkampfwochenende war jedoch weiterhin frei, also habe ich nach einer kürzeren Alternative gesucht – am liebsten einer, bei der nicht ausschließlich Bestzeiten im Vordergrund stehen. So bin ich auf den XTERRA France gestoßen. Der Wettkampf fand am exakt gleichen Datum statt, sodass im Prinzip nur eine andere Unterkunft gebucht werden musste.
Da die Region nicht allzu weit entfernt ist, war ich bereits drei Wochen vor dem Rennen vor Ort, um mir einen ersten Eindruck zu verschaffen. Ein Wochenende zum Erkunden der Strecke, inklusive Schwimmen im See und einer Testfahrt auf dem Rad. Die Laufstrecke habe ich mir damals nicht angesehen – im Nachhinein vielleicht ein kleiner Fehler.
Das Schwimmen im See unterscheidet sich grundsätzlich kaum von einem klassischen Triathlon. Eine Besonderheit war jedoch, dass ohne Neopren geschwommen werden durfte bzw. musste. Da mein Schwimmtraining in den Wochen zuvor eher überschaubar war, wusste ich nicht genau, wo ich leistungsmäßig stehen würde.
Am Wettkampfwochenende passte dafür alles andere perfekt: sommerliche Temperaturen, kaum Regen in den Tagen davor und entsprechend trockene Bedingungen. Wenig Matsch, keine extrem schweren Verhältnisse – optimale Voraussetzungen für einen XTERRA Neuling.
Der Start erfolgte als großer Massenstart, ganz klassisch oldschool. Laut, chaotisch, aber genau das gehört für mich zum Triathlon dazu. Gerade im Wasser mag ich diese Atmosphäre ab und zu sehr.
Auf dem Rad kam dann der Teil, auf den ich mich besonders gefreut hatte – und gleichzeitig der wohl anspruchsvollste Abschnitt des Rennens. Die Radstrecke in Frankreich zählt zu den härtesten der gesamten XTERRA-Serie. Technisch, schmal, mit vielen Höhenmetern und Passagen, in denen Überholen kaum möglich ist. Da die Strecke zweimal zu fahren war, war von Anfang an klar: Kräfte einteilen ist entscheidend.
Ich wusste, was mich erwartet, und konnte beide Runden relativ konstant fahren. Gerade auf den schmalen Trails war man oft in Gruppen „gefangen“ oder selbst derjenige, der das Tempo vorgibt. Trotzdem lief es gut, und ich war angesichts des geringen Mountainbike-Trainings sehr zufrieden mit meiner Leistung.
Nach dem Wechsel ging es auf die Laufstrecke – und hier wurde es richtig spannend. Ich hatte mit einem anspruchsvollen Trailrun gerechnet, aber das, was dann kam, war noch einmal eine andere Hausnummer. Ein Sturm etwa einen Monat zuvor hatte zahlreiche Bäume umgerissen. Teilweise ging es über, unter oder an entwurzelten Stämmen vorbei, oft war an richtiges Laufen gar nicht zu denken. Mein Ziel war vor allem, heil durchzukommen.
In einigen schattigen Abschnitten war der Untergrund zudem noch matschig, da die Sonne den Boden nicht vollständig hatte trocknen können. Das gehört beim XTERRA einfach dazu. Zurück in Seenähe wurde die Strecke dann wieder etwas laufbarer – wurzelig, leicht wellig, aber insgesamt besser. Doch auch hier wartete noch eine zweite Runde, sodass man sehr genau mit den Kräften haushalten musste.

Am Ende kam ich glücklich und zufrieden ins Ziel. Der XTERRA France war eine intensive, fordernde und gleichzeitig unglaublich spaßige Erfahrung. Er hat mir erneut gezeigt, dass XTERRA-Triathlon zwar aus Schwimmen, Radfahren und Laufen besteht, aber dennoch eine ganz eigene Sportart ist. Mountainbike statt Rennrad und Trailrunning statt Straßenlauf machen einen enormen Unterschied.
Es hat mir großen Spaß gemacht, und man merkt deutlich, dass bei XTERRA vor allem Athleten am Start stehen, denen genau diese Art von Wettkampf liegt. Das Niveau ist hoch, die Konkurrenz stark – und genau das macht den Reiz aus.

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