Fall Creek Falls Triathlon – Tennessee, USA

Vom ungeplanten Plan B aufs Podium!

Manchmal kommt es anders als geplant – und manchmal wird genau daraus eine richtig coole Geschichte!

Eigentlich stand für mich der IRONMAN 70.3 Louisville auf dem Plan. Doch daraus wurde leider nichts, denn das Rennen wurde nicht ausgeschrieben. Also musste eine Alternative her. Da wir ohnehin mit der Familie in den USA unterwegs waren, bin ich auf den Fall Creek Falls Triathlon im gleichnamigen State Park in Tennessee aufmerksam geworden und habe mich kurzerhand angemeldet.

Allerdings lief auch die Vorbereitung in diesem Jahr nicht ganz nach Plan. Eine Allergie hat mich deutlich stärker erwischt als in den vergangenen Jahren und mein Training entsprechend ausgebremst. Statt der ursprünglich geplanten Mitteldistanz meldete ich deshalb auf die Sprintdistanz um. So konnte ich trotzdem an den Start gehen – und genau darum ging es schließlich: wieder Triathlon-Luft schnuppern, Spaß haben und ein Rennen erleben!

Erst laufen, dann die Gegend erkunden

Bevor es zum Triathlon ging, standen während unseres USA-Urlaubs bereits zwei kleine Laufevents auf dem Programm: ein 5-Kilometer-Lauf und ein Ein-Meilen-Rennen. Über die Meile lief es besonders gut – dort konnte ich sogar den Sieg holen! Auch beim 5-Kilometer-Lauf war ich mit meinem Rennen zufrieden.

Anschließend erkundeten wir noch einige Städte, bevor es eine Woche später Richtung Tennessee ging.

Und was soll ich sagen? Der Fall Creek Falls State Park ist einfach wunderschön! Grandiose Landschaften, beeindruckende Wasserfälle, ein herrlicher See und jede Menge Natur. Nicht nur ich war begeistert, auch der Rest der Familie kam voll auf seine Kosten.

Der aufgestaute See, in dem das Schwimmen normalerweise verboten ist, wurde für den Triathlon zur Wettkampfstätte. Genau das ist für mich eines der faszinierenden Dinge am Triathlon: Man bekommt manchmal die Gelegenheit, Orte auf eine ganz besondere Weise zu erleben, die einem sonst verschlossen bleiben.

Swim: 500 Meter im warmen Wasser

Da wir direkt am See übernachteten, hielt sich der morgendliche Anfahrtsstress in Grenzen. Wir mussten lediglich auf die andere Seeseite gelangen – und schon konnte das Abenteuer beginnen.

Von einer erfrischenden Abkühlung konnte allerdings keine Rede sein. Das Wasser war richtig warm! Kurzzeitig hatten wir sogar überlegt, Eiswürfel mitzunehmen ;-). Rückblickend wäre das vielleicht gar keine so schlechte Idee gewesen.

Nach den 500 Metern war ich jedenfalls froh, wieder aus dem Wasser zu steigen.

Dann wartete eine Besonderheit auf mich: eine Art doppelte Wechselzone. Die Laufschuhe durfte man bereits am Swim Exit deponieren und dort anziehen. Anschließend ging es in Laufschuhen weiter zur eigentlichen Wechselzone, wo das Rad wartete.

Die Strecke war zwar nicht extrem lang, zog sich aber über einige hundert Meter und vor allem bergauf. Ein etwas anderer Ablauf, der den Wettkampf gleich noch ein bisschen interessanter machte!

Bike: Endlich wieder richtig Druck aufs TT-Bike!

Nach dem Wechsel ging es aufs Rad. Gefahren wurde eine Wendepunktstrecke durch den Nationalpark. Das Profil war durchaus abwechslungsreich: kein richtiges Bergmassiv, aber auch keine komplett flache Angelegenheit. Ein wenig rauf, ein wenig runter – eben eine Strecke, auf der man arbeiten musste.

Und genau das hat richtig Spaß gemacht!

Endlich konnte ich mal wieder mit meinem TT-Bike richtig ballern! Nach der durchwachsenen Trainingsphase war es ein tolles Gefühl, wieder im Wettkampf unterwegs zu sein und das Radfahren zu genießen.

Durch den Rolling Start war es allerdings nicht ganz einfach, den Überblick zu behalten. Außerdem waren neben den verschiedenen Distanzen auch Staffeln unterwegs. Wer tatsächlich in meiner Wertung startete und wer nicht, ließ sich auf der Strecke nur schwer einschätzen.

Aber ganz ehrlich: In diesem Moment war mir das ziemlich egal. Ich wollte einfach Rennen fahren, Spaß haben und den Tag genießen.

Run: Warm, wärmer, Tennessee!

Nach dem zweiten Wechsel ging es auf die Laufstrecke – und obwohl es erst gegen 9 Uhr morgens war, war es bereits ordentlich warm.

Zunächst führte die Strecke aus der Wechselzone hinunter auf die Höhe des Sees. Dort wartete eine Wendepunktstrecke direkt am Ufer. Immerhin verlief ein Teil davon im Schatten, was bei den Temperaturen definitiv hilfreich war.

Trotzdem war die Hitze deutlich zu spüren.

An der Wendestelle bekam ich einen besseren Überblick über die Konkurrenz. Allerdings machten die unterschiedlichen Distanzen und die Staffeln das Einordnen weiterhin schwierig. Zwei Staffelläufer hatte ich bereits beim Wechsel erkannt, aber vor mir waren noch vier, fünf oder vielleicht sogar sechs weitere Athleten unterwegs.

Einen davon konnte ich auf der Laufstrecke noch einsammeln.

Anschließend ging es vom Seeufer wieder bergauf Richtung Ziel. Noch einmal durchbeißen, die letzten Meter genießen und dann war es geschafft!

Ziel erreicht – und dann die Überraschung!

Im Ziel gab es erst einmal das, was ich bei diesen Temperaturen am dringendsten brauchte: ein paar eiskalte Sprites! Energie tanken, etwas Kühles trinken und langsam wieder herunterkommen.

Dann folgte der Blick auf die Ergebnisliste.

Durch den Rolling Start waren zwar einige Athleten vor mir ins Ziel gekommen, doch entscheidend war natürlich die tatsächliche Zeit. Und die Überraschung war perfekt: Nur ein Athlet war schneller als ich!

Damit stand am Ende der 2. Gesamtrang zu Buche.

Was für ein Abschluss! Nach einer alles andere als optimalen Vorbereitung, der Umstellung von der Mitteldistanz auf die Sprintdistanz und der ursprünglichen Suche nach einem Ersatzrennen konnte ich nicht nur endlich wieder einen Triathlon finishen, sondern direkt noch einen kleinen Glaspokal mit nach Hause nehmen.

Damit war der Ausflug nach Tennessee endgültig perfekt.

Fazit: Kleines Rennen, großes Erlebnis!

Der Fall Creek Falls Triathlon war für mich ein rundum gelungenes Erlebnis. Eine wunderschöne Kulisse, ein abwechslungsreicher Wettkampf, eine tolle Community und eine Atmosphäre, wie ich sie bei Rennen in den USA immer wieder schätze.

Sportlich lief es deutlich besser, als ich nach den vergangenen Trainingswochen erwarten durfte. Vor allem aber hat es einfach wieder richtig Spaß gemacht, an der Startlinie zu stehen und einen Triathlon zu erleben.

Und der zweite Platz war natürlich das Sahnehäubchen!

Wenn dieser Wettkampf nicht gefühlt am Ende der Welt liegen würde, könnte ich mir durchaus vorstellen, hier noch einmal an den Start zu gehen.

Manchmal wird aus Plan B eben ein echtes Highlight! 🏊‍♂️🚴🏼🏃‍♂️

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