70.3 Erkner

Zurück auf der Mitteldistanz! 🏊‍♂️🚴‍♂️🏃‍♂️

Ein Rennen, auf das ich mich lange gefreut habe. Und eines, das mir wieder gezeigt hat, wie viel Spaß eine Mitteldistanz machen kann! Nach längerer Zeit endlich wieder an der Startlinie eines 70.3-Rennens zu stehen, war für mich etwas Besonderes. Dass die Vorbereitung nicht ganz optimal lief, spielte dabei eigentlich nur eine Nebenrolle. Hauptsache, endlich wieder Mitteldistanz!

Die Vorfreude war groß, die Erwartungen entspannt

Angemeldet hatte ich mich bereits im letzten Jahr – ursprünglich sogar mit dem Gedanken, mich vielleicht für die Ironman 70.3-Weltmeisterschaft 2027 zu qualifizieren. Im Laufe der Vorbereitung wurde allerdings klar, dass ich nicht topfit an der Startlinie stehen würde. Außerdem hätte ich den WM-Slot terminlich ohnehin nicht annehmen können.

Damit war die Sache eigentlich klar: kein unnötiger Druck, keine verrückten Erwartungen. Einfach ein schönes Rennen machen, die Erfahrung genießen und schauen, was mit dem vorhandenen Training drin ist.

Am Freitagnachmittag ging es für mich Richtung Berlin. Meine Unterkunft lag direkt an der Radstrecke, etwa sieben bis acht Kilometer außerhalb von Erkner. Perfekte Ausgangslage also! Am Samstag drehte ich noch eine lockere Runde auf dem Radkurs, holte meine Startunterlagen ab und checkte das Rad ein. Damit war alles vorbereitet.

Sonntagmorgen: Routine statt Hektik

Am Sonntag ging es früh zum Wettkampfgelände. Frühstück mit ausreichend Abstand zum Start, Parkplatz gefunden, noch etwas entspannt im Auto sitzen und dann pünktlich zur Öffnung in die Wechselzone. Die letzten Handgriffe erledigen, alles kontrollieren, ein paar Sachen zurück zum Auto bringen – und schon war ich im Rennmodus.

Beim Schwimmen hatte ich mir bewusst keinen Stress gemacht. In der Vorbereitung hatte ich meine Trainingszeit lieber stärker aufs Radfahren und Laufen konzentriert. Ob ich im Wasser am Ende eine Minute schneller oder langsamer bin, war mir deshalb ziemlich egal.

Also stellte ich mich ganz hinten in den Bereich mit den erwarteten Schwimmzeiten von 30 bis 35 Minuten. Am Ende ging ich entsprechend weit hinten ins Wasser und kam nach 34 Minuten wieder heraus. Passt! Plan aufgegangen.

Der See war zwar kein kristallklares Berggewässer, aber trotzdem richtig schön. Das Schwimmen machte Spaß, die Bojen waren gut gesetzt und insgesamt war es ein Gewässer, in dem man gut Tempo machen konnte.

Auf dem Rad: Beine da, Speed da – und plötzlich Regen

Die Wechselzone auf dem Sportplatz war top organisiert. Kurze Wege, alles übersichtlich – da gab es nichts zu meckern.

Der eigentliche Hindernisparcours wartete allerdings direkt danach: raus aus der Wechselzone, über einen Fahrradweg, durch einen Baustellenbereich und über ein paar Pflastersteine. Nach dem Regen in der Nacht war es stellenweise noch nass, also lieber einmal mehr aufpassen als unnötig riskieren.

Danach ging es endlich auf die Radstrecke: zwei Runden, topfeben und genau mein Ding! Die Beine waren da, der Speed stimmte und es machte richtig Laune, über den Kurs zu fliegen.

Wäre da nicht der Regen gewesen, der sich auf der zweiten Runde dazugesellte. Temperaturmäßig war es zum Glück noch gut auszuhalten, frieren musste ich nicht. Trotzdem hätte ich auf die zusätzliche Dusche gerne verzichtet.

Ein Thema war auch die No-Passing-Zone auf der Radstrecke. Grundsätzlich nachvollziehbar, in der zweiten Runde aber nicht ganz ohne. Wenn man auf langsamere Fahrer aufläuft, wird es schnell zur Lotterie: Wie viele sind vor mir? Komme ich zügig durch oder muss ich Tempo rausnehmen?

Besonders schade war, dass sich manche Athleten offenbar wenig um die Vorgaben scherten. Zumindest in dem Bereich, den ich einsehen konnte, wurden die angekündigten Regeln nicht konsequent durchgesetzt. Fairness gehört für mich einfach dazu – auch dann, wenn es gerade nicht ins eigene Rennen passt.

Trotzdem: Radfahren lief richtig gut und machte insgesamt richtig Spaß. Nach zwei Runden ging es zurück Richtung Erkner und erneut durch den kleinen Baustellen- und Pflasterstein-Parcours. Auch den meisterte ich unfallfrei und machte mich auf den Weg in die Laufschuhe.

Vier Runden, viele Zuschauer und jede Menge Untergründe

Beim Laufen war mein Plan klar: am Anfang nicht überziehen! Nach dem Wechsel ging es zunächst über einen Kilometer Anlauf, bevor ich auf die eigentliche Laufrunde kam, die viermal zu absolvieren war.

Vier Runden können im Kopf ganz schön lang werden. Gleichzeitig war genau das eine der großen Stärken des Rennens: Die Zuschauer konzentrierten sich auf einen relativ kleinen Bereich, sodass fast die komplette Laufstrecke von Stimmung und Anfeuerung begleitet wurde. Das war wirklich bombastisch und hat ordentlich gepusht!

Weniger entspannt war es stellenweise auf der Strecke selbst. Teilweise wurde es ziemlich voll und gefühlt gab es jeden Untergrund, den man sich beim Laufen vorstellen kann. Asphalt, andere befestigte Abschnitte und allerlei Wechsel dazwischen – langweilig wurde es jedenfalls nicht.

Mit fortschreitender Renndauer nahm ich etwas Tempo heraus. Aber nicht viel! Der große Einbruch blieb aus und ich konnte meinen Lauf ordentlich durchziehen. Genau das war nach der eher überschaubaren Vorbereitung ein gutes Zeichen.

Ziellinie erreicht – und richtig happy!

Am Ende stand ein Finish deutlich unter fünf Stunden auf der Uhr. Mit wenig spezifischem Training, dafür aber mit einer ordentlichen Portion Erfahrung, war ich mehr als zufrieden.

Vor allem war es einfach schön, wieder eine Mitteldistanz gefinisht zu haben. Kein perfekter Trainingstag, keine Bestform – aber ein richtig guter Wettkampf, der mir gezeigt hat, dass ich auch mit einer etwas anderen Vorbereitung Spaß haben und ein solides Rennen abliefern kann.

Erkner hat genau das geliefert, was ich mir erhofft hatte: ein tolles Event, eine schnelle Radstrecke, starke Stimmung beim Laufen und jede Menge Gründe, mit einem breiten Grinsen nach Hause zu fahren.

Mein Fazit: Ideal für den Einstieg auf die Mitteldistanz?

Für Einsteiger ist die 70.3 Erkner aus meiner Sicht definitiv eine richtig gute Wahl.

Schwimmen: Der See ist gut geeignet, um die erste Mitteldistanz im offenen Gewässer anzugehen. Die Strecke ließ sich angenehm schwimmen und war insgesamt gut zu bewältigen.
Radfahren: Die flache Strecke mit zwei Runden bietet gute Voraussetzungen, um konstant Tempo zu machen und sich die Kräfte einzuteilen.
Laufen: Vier Runden sind mental vielleicht nicht jedermanns Sache. Dafür gibt es jede Menge Zuschauer und über weite Strecken richtig guten Support. Und glaubt mir: Wenn die Beine langsam schwer werden, kann genau das Gold wert sein!

Erkner hat mir wieder richtig Lust auf Mitteldistanz gemacht. Und manchmal ist genau das das Wichtigste: nicht mit perfekten Voraussetzungen an den Start gehen, sondern einfach machen, das Rennen genießen und am Ende glücklich über die Ziellinie laufen.

Danke, Erkner – das hat Spaß gemacht! 💪

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